Ein verlängertes Wochenende in München, dazu ein Spiel des Lieblingsvereins: Für viele Fußballfans aus Großbritannien, Skandinavien, Nordamerika oder anderen Ländern ist das eine reizvolle Reise. Auch der TSV 1860 München hat Anhänger weit außerhalb Bayerns, die sich irgendwann den Besuch eines Heimspiels vornehmen. Wer nicht nur in der Stadt bleiben, sondern auch das Umland, die Alpen oder einen Abstecher nach Österreich einplanen will, mietet häufig ein Auto. Damit die Fahrt nicht am Schalter oder auf der ersten Autobahnauffahrt ins Stocken gerät, lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten des deutschen Straßenverkehrs.

Führerschein: EU oder nicht EU

Ein gültiger Führerschein aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums wird in Deutschland ohne weitere Formalitäten anerkannt. Für Besucher aus anderen Ländern gilt: Der nationale Führerschein berechtigt in der Regel zum Fahren, wenn man sich nur vorübergehend in Deutschland aufhält. Ob zusätzlich ein Internationaler Führerschein oder eine Übersetzung nötig ist, hängt vom Ausstellungsland ab. Ist der Führerschein nicht in deutscher Sprache und nicht nach dem EU-Muster ausgestellt, verlangen Behörden und viele Vermieter eine Übersetzung oder das internationale Dokument.

Unabhängig von den gesetzlichen Regeln stellen Autovermietungen eigene Bedingungen. Üblich sind ein Mindestalter, eine Mindestdauer des Führerscheinbesitzes und für junge Fahrer ein Aufpreis. Diese Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter und Fahrzeugklasse und stehen in den Mietbedingungen.

Kreditkarte, Kaution, Versicherung

Fast alle Vermieter verlangen eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, auf der eine Kaution geblockt wird. Debitkarten werden nicht überall akzeptiert. Wer mit mehreren Personen reist und sich am Steuer abwechseln möchte, muss jeden zusätzlichen Fahrer im Vertrag eintragen lassen.

Bei der Versicherung lohnt der genaue Blick auf die Selbstbeteiligung. Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland vorgeschrieben und im Mietpreis enthalten. Schäden am Mietwagen selbst deckt eine Vollkasko, die oft mit einer Selbstbeteiligung im Schadensfall verbunden ist. Vor der Übernahme gehören vorhandene Kratzer und Dellen ins Übergabeprotokoll, am besten zusätzlich mit Fotos.

Autobahn: schnell, aber nicht regellos

Der Ruf der deutschen Autobahn eilt ihr voraus. Tatsächlich gibt es keine generelle Höchstgeschwindigkeit für Pkw, auf vielen Abschnitten aber Beschränkungen durch Schilder oder elektronische Anzeigen. Wo keine Grenze gilt, empfiehlt die Richtgeschwindigkeit 130 km/h. Für Gäste besonders wichtig:

  • Rechtsfahrgebot: Gefahren wird rechts, die linken Fahrstreifen dienen zum Überholen.
  • Rechts überholen: ist grundsätzlich verboten, auch wenn links jemand langsam fährt.
  • Rettungsgasse: Stockt der Verkehr, bildet man eine Gasse zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen – schon bevor Einsatzfahrzeuge zu sehen sind.
  • Maut: Für Pkw fällt auf deutschen Autobahnen keine Gebühr an.

Abseits der Autobahn

Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt Tempo 50, in vielen Wohngebieten Tempo 30. Außerorts sind Pkw auf Landstraßen mit höchstens 100 km/h unterwegs. Eine Regel, die viele Besucher überrascht, ist „rechts vor links“: An Kreuzungen ohne Vorfahrtsschilder hat das von rechts kommende Fahrzeug Vorrang. In Wohnvierteln ist das der Normalfall.

Beim Alkohol unterscheiden sich die Grenzen von manchem Herkunftsland: Rechtlich endet die Fahrtüchtigkeit bei 0,5 Promille, und wer jünger als 21 ist oder sich in der Probezeit befindet, darf vor der Fahrt gar nichts trinken. Handys dürfen während der Fahrt nicht in der Hand gehalten werden.

Umweltzone und Plakette

München hat eine Umweltzone, in die nur Fahrzeuge mit grüner Plakette einfahren dürfen. Mietwagen, die in Deutschland zugelassen sind, tragen diese Plakette in aller Regel bereits an der Windschutzscheibe. Wer ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug nach Deutschland bringt, braucht sie ebenfalls und muss sie vorher beantragen.

Winter: Reifen nach Wetterlage

Deutschland kennt keine feste Winterreifenzeit, sondern eine situative Pflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte sind Reifen mit dem Alpine-Symbol, einem Berg mit Schneeflocke, vorgeschrieben. Wer zwischen Oktober und Ostern einen Mietwagen bucht, sollte die Ausstattung ausdrücklich bestätigen lassen, besonders wenn ein Ausflug in die Berge geplant ist.

Über die Grenze

Von München aus ist Österreich schnell erreicht. Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen braucht man eine Vignette, die es auch digital gibt. Viele Vermieter erlauben Fahrten in Nachbarländer, manche nur gegen Aufpreis oder mit Einschränkungen für bestimmte Fahrzeugklassen. Wer den Wagen in einem anderen Land zurückgeben möchte, zahlt meist eine deutliche Einweggebühr.

Tanken und Rückgabe

An deutschen Tankstellen heißen die Benzinsorten Super, Super E10 und Super Plus, daneben gibt es Diesel. Welche Sorte das Fahrzeug braucht, steht meist im Tankdeckel. Die gängige Regel bei Mietwagen lautet „voll – voll“: Wer den Tank nicht gefüllt zurückbringt, zahlt einen Aufschlag pro Liter. Bei Elektro-Mietwagen gelten eigene Vereinbarungen zum Ladestand.

Wer sich vor der Reise auf Englisch über die Trikots der Löwen informieren möchte, findet in der englischsprachigen Trikot-Chronik des TSV 1860 einen Überblick über die letzten Jahrgänge und die aktuelle Saison.

Häufige Fragen internationaler Besucher

Brauche ich als Fahrer aus den USA einen Internationalen Führerschein?

Das hängt von den Vorgaben für das Ausstellungsland und vom Vermieter ab. Viele Vermieter verlangen bei Führerscheinen, die nicht nach EU-Muster ausgestellt sind, einen Internationalen Führerschein oder eine Übersetzung. Ein Blick in die Mietbedingungen vor der Reise klärt das.

Kostet die Autobahn in Deutschland Maut?

Für Pkw nein. Mautpflichtig sind in Deutschland Lkw ab einem bestimmten Gewicht. In Österreich, der Schweiz und Italien gelten eigene Regeln.

Darf ich auf der Autobahn so schnell fahren, wie ich will?

Nur dort, wo keine Begrenzung angezeigt ist, und nur so schnell, wie Verkehr, Wetter und Sicht es erlauben. Empfohlen sind 130 km/h. Wer schneller fährt, kann nach einem Unfall eine Mitschuld tragen.