Wer für einen langen Tag packt, denkt an Ladekabel, Proviant und Tickets. Was man selbst während der Fahrt am Körper trägt, wird dagegen selten bedacht. Dabei entscheidet die Kleidung mit darüber, wie gut der Sicherheitsgurt wirkt, wie präzise sich Pedale bedienen lassen und wie entspannt man nach drei Stunden noch am Steuer sitzt. Ein Beispiel aus dem Fußball zeigt, wie eng das zusammenhängt: Moderne Trikots sind oft körpernah geschnitten. Wer etwa ein aktuelles Joma-Trikot des TSV 1860 München über einem Pullover tragen will, greift deshalb besser eine Nummer größer – und hat damit schon die wichtigste Frage für die Autofahrt beantwortet: Wie viele Lagen trage ich, und wo sitzen sie?

Dicke Jacke und Gurt vertragen sich nicht

Ein Sicherheitsgurt schützt am besten, wenn er eng am Körper anliegt. Eine wattierte Winterjacke oder ein dicker Daunenmantel schafft zwischen Gurt und Brustkorb Luft, die bei einem Aufprall erst zusammengedrückt werden muss. Fachleute sprechen von Gurtlose. In dieser kurzen Strecke bewegt sich der Körper ungebremst nach vorne, bevor der Gurt greift – die Belastung auf Brust und Becken steigt, und bei Frontalaufprall kann man unter dem Beckengurt hindurchrutschen.

Die Lösung ist einfach: Die dicke Jacke kommt vor der Fahrt aus und liegt auf dem Rücksitz. Wer friert, nutzt die Sitzheizung oder wärmt den Innenraum vor. Mehrere dünne Lagen – etwa ein Funktionsshirt, darüber das Trikot oder ein Pullover – halten warm, ohne den Gurt auf Abstand zu bringen. Ist die Kleidung dagegen zu eng, schränkt sie den Schulterblick ein und drückt nach einer Weile am Bauch.

Schuhe: Was erlaubt ist und was vernünftig

Eine ausdrückliche Vorschrift zum Schuhwerk gibt es für private Pkw-Fahrer in Deutschland nicht. Barfuß, in Sandalen oder in Flip-Flops zu fahren, ist also nicht verboten. Die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt aber, dass der Fahrer sein Fahrzeug jederzeit sicher bedienen kann. Kommt es zu einem Unfall, weil ein Schuh vom Bremspedal gerutscht ist, kann das bei der Frage nach der Haftung eine Rolle spielen.

Gute Fahrschuhe haben eine dünne, rutschfeste Sohle, sitzen fest am Fuß und lassen das Sprunggelenk frei. Schwere Winterstiefel mit breiter Sohle können dazu führen, dass man Gas- und Bremspedal gleichzeitig berührt. Wer zum Stadion oder zur Wanderung in festen Stiefeln will, legt ein Paar leichte Turnschuhe zum Fahren in den Fußraum der Beifahrerseite – nicht unter die eigenen Pedale, wo sie wegrutschen und blockieren könnten.

Mütze, Kapuze, Schal

Alles, was den Kopf einhüllt, schränkt das Blickfeld zur Seite ein. Eine hochgezogene Kapuze verdeckt beim Schulterblick genau den Bereich, in dem sich ein überholendes Fahrzeug oder ein Radfahrer befindet. Ein locker gewickelter Schal ist weniger kritisch, sollte aber nicht so lang sein, dass er sich beim Aussteigen in der Tür verfängt. Im warmen Innenraum gehört beides ohnehin nicht auf den Fahrer.

Sonnenbrille: nicht jede Tönung ist geeignet

Tief stehende Sonne im Herbst und Winter blendet stärker als im Sommer. Eine gute Sonnenbrille hilft – sofern sie für den Straßenverkehr taugt. Gläser der Filterkategorie 4 sind so dunkel, dass sie beim Autofahren nicht verwendet werden dürfen; die Kennzeichnung findet sich meist auf der Innenseite des Bügels. Für die meisten Situationen reichen die Kategorien 2 oder 3. Selbsttönende Gläser haben im Auto einen Nachteil: Moderne Windschutzscheiben filtern UV-Licht, das sie zum Dunkeln brauchen, weitgehend heraus.

Die richtige Sitzposition

Kleidung und Sitzeinstellung gehören zusammen, denn wer die Jacke auszieht, sitzt anders als mit ihr. Diese Kontrollpunkte haben sich bewährt:

  • Abstand zu den Pedalen: Bei voll durchgetretener Kupplung oder Bremse bleibt das Knie leicht gebeugt.
  • Abstand zum Lenkrad: Bei ausgestrecktem Arm liegt das Handgelenk auf dem Lenkradkranz, ohne dass die Schulter von der Lehne abhebt.
  • Lehne: möglichst aufrecht, damit der Rücken vollen Kontakt hat. Eine flache „Liegeposition“ erhöht das Risiko, unter dem Gurt durchzurutschen.
  • Kopfstütze: Ihre Oberkante sollte etwa auf Höhe des Scheitels liegen, der Abstand zum Hinterkopf gering sein.
  • Gurtverlauf: Das Schulterband kreuzt das Schlüsselbein etwa mittig, das Beckenband liegt flach in der Leiste und nicht auf dem Bauch.

Auf langen Strecken lohnt es sich, die Einstellung nach ein bis zwei Stunden leicht zu verändern, etwa die Lordosenstütze oder die Sitzhöhe. Kleine Positionswechsel entlasten die Bandscheiben.

Was ins Handschuhfach gehört

Für Fahrten, die über einen ganzen Tag gehen, hat sich ein kleines Kleidungsfach im Auto bewährt: dünne Handschuhe für kalte Lenkräder, ein Ersatzpaar Socken, eine leichte Regenjacke und die Fahrschuhe. Wer abends nach einem Spiel oder einer Veranstaltung durchnässt zurückkommt, fährt in trockener Kleidung konzentrierter und beschlägt die Scheiben weniger.

Wer sein Trikot nicht nur auf der Tribüne, sondern auch auf der Fahrt dorthin tragen möchte, findet eine Kaufberatung zu Größe und Passform der Löwen-Trikots. Für das Auto gilt dann die einfache Regel: dünne Lage am Körper, dicke Jacke auf die Rückbank.

Gut zu wissen

Darf ich mit Flip-Flops Auto fahren?

Ein Verbot gibt es für private Pkw-Fahrer nicht. Sinnvoll ist es trotzdem nicht: Die Sohle kann sich unter dem Pedal verhaken. Ob ungeeignetes Schuhwerk zu einem Schaden beigetragen hat, kann die Versicherung im Ernstfall prüfen.

Warum soll ich die Winterjacke im Auto ausziehen?

Weil der Gurt sonst nicht eng anliegt. Der entstehende Spielraum verlängert den Weg, den der Körper bei einem Aufprall nach vorn zurücklegt, bevor der Gurt ihn hält.

Ist eine Sonnenbrille am Steuer immer erlaubt?

Nur bis zur Filterkategorie 3. Brillen der Kategorie 4 sind für den Straßenverkehr nicht zugelassen, weil sie zu viel Licht schlucken.