Der erste Tritt aufs Pedal beeindruckt fast jeden: Elektroautos beschleunigen ohne Verzögerung und nahezu lautlos. Genau deshalb ist die Probefahrt beim Stromer eine kleine Falle. Wer nur den Antritt erlebt, lernt wenig darüber, wie sich das Auto im Alltag schlägt. Gerade in einer Stadt wie München, wo Tiefgaragen eng, Parkplätze knapp und die Wege ins Umland lang sind, lohnt ein strukturierter Test.
Den eigenen Alltag nachfahren
Die beste Probefahrt folgt der Strecke, die man später täglich fährt: vom Wohnort durch den Stadtverkehr, ein Stück Mittlerer Ring, gern auch ein Abschnitt Autobahn Richtung Umland. Dabei zeigt sich, wie gut die Rekuperation im Stop-and-go dosierbar ist, ob das Fahrwerk auf Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen komfortabel bleibt und wie laut Wind- und Abrollgeräusche bei 130 km/h werden.
Parken und Rangieren testen
Viele Elektro-SUVs sind breiter, als sie wirken. In Münchner Altbau-Tiefgaragen mit engen Rampen wird das schnell zum Thema. Kameras, Parkpiepser und Wendekreis sollten deshalb bei der Probefahrt ausprobiert werden, am besten in einer echten Garage statt auf dem großzügigen Parkplatz des Händlers.
Laden gehört dazu
Ein Elektroauto testet man erst vollständig, wenn man es geladen hat. Käufer sollten sich zeigen lassen, wie Ladeklappe, Kabel und Menü funktionieren, und nach der maximalen Ladeleistung an Wechsel- und Gleichstrom fragen. Wer zu Hause keine Wallbox installieren kann, sollte vorab prüfen, welche öffentlichen Ladepunkte im eigenen Viertel liegen.
Modelle vergleichen
Bei Marken mit breiter Modellpalette lohnt es sich, zwei Fahrzeuge direkt nacheinander zu fahren, etwa einen kompakten Stadtwagen und ein größeres Familien-SUV. Viele Händler ermöglichen das an einem Termin. Wer sich für BYD interessiert, kann eine Probefahrt in München vereinbaren und dabei etwa Dolphin, Atto 3 und Sealion 7 direkt vergleichen.
Den alten Wagen früh einbeziehen
Oft entscheidet nicht der Preis des Neuwagens, sondern der Wert des alten Fahrzeugs über die Finanzierung. Es ist sinnvoll, die Inzahlungnahme schon beim Probefahrttermin anzusprechen und den Wagen gleich begutachten zu lassen. So liegen am Ende alle Zahlen auf dem Tisch, und der Vergleich mit einem Privatverkauf fällt leichter.
Eine Probefahrt ist kein Pflichttermin, sondern das wichtigste Werkzeug beim Autokauf. Wer sie wie einen echten Arbeitstag mit dem Auto plant, erlebt nach dem Kauf weniger Überraschungen.
